Aufstände der Sorben - die Sorben zwischen Krieg und Frieden

(937 – 983)

Ein tödliches Gastmahl führt zum Aufstand
König Otto der Große setzte Gero im Jahr 937 als ersten Markgraf der Sächsischen Ostmark ein. Der Markgraf vereinte Tatkraft mit Rücksichtslosigkeit und Brutalität und er glaubte an eine harte, expansive Politik. Gero setzte die Unterwerfung der Sorben gewaltsam fort. Im Jahr 939 lud er listig etwa dreißig slawische Adlige zu einem Gastmahl ein, in dessen Verlauf er sie alle ermorden ließ. Dieser hinterhältige Anschlag auf die sorbischen Fürsten führte zu einem Aufstand des unterdrückten Volkes, der jedoch nach erbitterten Kämpfen mit der Unterwerfung des Landes zwischen Elbe und Oder endete. Die Lusici, die Liutizen und die Milzener waren besiegt, die Abodriten unterwarf Otto I. 955 in der Schlacht an der Raxa. Mit etwa 2.000 Verwundeten und 4.500 Toten erlitten die Abodriten eine grausame Niederlage, ihr Anführer Stojgnev wurde, ebenso wie weitere 700 Gefangene, nach der Schlacht noch auf dem Schlachtfeld enthauptet. Der siegreiche König gründete auf dem Gebiet der Abodriten die Mark der Billunger.

Frieden und Kirche
Für das geschwächte Volk der Slawen folgte eine rund 30-jährige Friedenszeit, während der die christliche Kirche in der Lausitz und im Elbe-Saale-Gebiet mit der Missionierung begann. Vor allem die Liutizen im Südosten des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns und im Norden des heutigen Brandenburgs widersetzten sich einer Christianisierung allerdings vehement. Die Sorben mussten sowohl dem Bischof den Zehnt entrichten als auch Abgaben an ihre neuen Lehensherren, zumeist deutsche Adelige, bezahlen.

Die Sorben im Osten der Elbe erheben sich gegen das Ostfrankenreich
Nach 37-jähriger Herrschaft verstarb Otto der Große 973, bereits im Alter von 18 Jahren trat sein Sohn Otto II. die Alleinherrschaft an. Dieser Herrscher widmete sich mehr der Neuordnung im Süden seines Reichs, verstarb aber bereits nach zehnjähriger Regentschaft. Die Krise auf Grund der Kämpfe um die Nachfolge Ottos II. nutzte im Sommer 983 das unterdrückte slawische Volk. Unter der Führung der Liutizen wurden kirchliche und politische Vertreter des deutschen Reiches vertrieben. Nach dem Anschluss der Abodriten kämpften die Wenden im heutigen Brandenburg um ihre Selbstständigkeit, die Lausitz und die Sorben unter sächsisch-thüringischer Herrschaft beteiligten sich nicht an dem großen Aufstand.