Volkslieder, Volkstanz und Volksmusik - „Wenn Musik erklingt, dann heilen 1000 Wunden“.

(sorbisches Sprichwort)


Hirtengesänge und Kirchenklänge
Schon aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind einige sorbische Volksliedersammlungen bekannt. 1836 stiftete die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz einen Preis für die beste sorbische Volksliedsammlung. Diese Auszeichnung erhielt der Student und Patriot J. A. Smoler für seine bedeutende Sammlung von über 500 Volksliedern der Ober- und Nieder-Lausitzer Wenden. Ob die Feldlieder der Hirten, die „Sätzchen“ der Vortänzer, die Tanzlieder oder die Rundgesänge, ob die traditionellen Hochzeitslieder, die Bittlieder der Mädchen in der Spinnstube oder die „Legenden“ mit religiösen Motiven, das sorbische Volksliedgut ist ebenso vielfältig wie originell.

Tanzmelodie und Bewegungsharmonie
Die Tanzlust der Sorben gilt als legendär, die frühesten Aufzeichnungen typisch sorbischer Tanzmelodien stammen aus dem Jahre 1750. Aus den ursprünglichen Spring- und Schreittänzen entwickelten sich später verschiedenste Typen von Mazurken, Menuette und Polonaisen. Die sorbische Tanzfolklore vereint heute altes sorbisches Brauchtum, vielfältigen Trachten und traditionelle Melodien zu bewegter, sprühender, slawische Lebensfreude.

Traditionsboten nach Noten
Die sorbischen Volksmusikanten, schon im 17. Jahrhundert zu Innungen vereint, überlieferten in handschriftlichen Notenbüchern ein vielfältiges Spielgut. Zu den typischen sorbischen Volksinstrumenten zählen Blasinstrumente wie Flöten, Pfeifen und Hörner ebenso wie Fiedeln, Leiern, Zithern und Trommeln. Aber auch Schalmeienklänge und das Pfeifen eines Dudelsacks begleiten die traditionelle sorbische Volksmusik seit Jahrhunderten.